Politik

Antwort von der Bremer SPD auf unsere Bremer „Wahlprüfsteine“

Stellungnahme zu den Geboten des HBB e.V. (Bremer Landesverband des DSB e.V.)

Sehr geehrter Herr Hennings,

zunächst einmal vielen Dank für die Übersendung der „zehn Gebote einer zukunftsfähigen Hörgeschädigtenpolitik zur Bundestagswahl 2021“.

Für uns Sozialdemokrat:innen und für mich ganz persönlich als Mitglied der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Bremen ist völlig klar, dass eine menschlich und humanitäre Gesellschaft immer alle Menschen einschließen muss – unabhängig von Geschlecht, Alter, Wohnort, sozialer Herkunft, Art oder Schwere der Erkrankung oder Beeinträchtigung gleichberechtigten, diskriminierungsfreien, barrierefreien und bedarfsorientierten Zugang zu den Leistungen unserer Gesellschaft haben müssen. Dies gilt selbstverständlich auch für die Hörgeschädigten. Inklusion bedeutet umfassende Teilhabe für alle Menschen!

Die SPD setzt sich für den Abbau von Barrieren, für einen inklusiven Arbeitsmarkt und für eine stärkere Partizipation von Menschen mit Behinderungen ein. Wir stehen für ein Umfeld, in dem aktive Teilnahme von Menschen mit Behinderungen an politischen Entscheidungsprozessen ermöglicht und gefördert wird. Für die SPD gilt der Grundsatz „Nichts über uns – ohne uns!“

Dies beinhaltet auch den Ausgleich von Benachteiligungen, denen Menschen mit Hörschädigungen tagtäglich ausgesetzt sind. Sie sind für uns – wie alle Menschen mit Behinderungen – die Expertinnen und Experten ihrer Bedürfnisse und Ressourcen.

Eine weitere Sensibilisierung der unterschiedlichen Fachkräfte in sozialen und medizinischen Einrichtungen für die Belange von Menschen mit Behinderungen ist zudem politisch notwendig, um eine gute Versorgungssituation für hörgeschädigte Menschen herzustellen. Gesundheitsinformationen müssen gehörlosen Menschen zugänglich sein. Die entsprechenden Angebote wollen wir ausbauen. Auch die Ausweitung von Leistungen der Krankenversicherungen für gehörlose Menschen muss nach unserer Überzeugung immer wieder überprüft und der jeweils aktuellen Versorgungssituation angepasst werden.

Für unser politisches Handeln sind die Verbände und Vereinigungen der Hörgeschädigten wichtige Partner, die uns Politikerinnen und Politikern durch ihr Engagement auf bestehende Probleme hinweisen und Abhilfe verlangen. Davon können wir viel lernen! Dieses Engagement ist für uns alle unerlässlich und ergänzt unsere Vorstellungen von Unterstützung um weitere konkrete und wichtige Handlungsanforderungen.

Ich danke Ihnen für die Übersendung Ihrer Forderungen und dafür, dass Sie damit Aufmerksamkeit für Ihre Anliegen einfordern. Ich kann Ihnen versichern, dass Sie mich mit Ihrer Initiative für meinen Einsatz für hörgeschädigte Menschen nochmal deutlich motiviert haben.

Viele Grüße und viel Erfolg!

Birgitt Pfeiffer (behindertenpolitische Sprecherin, MBB SPD)
Bremen, 9.9.2021

DSB e.V., Politik, UN-BRK

Antwort von der Bremer CDU auf unsere Bremer „Wahlprüfsteine“

Für eine zukunftsfähige und inklusive Hörgeschädigtenpolitik:

Inklusion herzustellen bedeutet immer auch bestehende Barrieren abzubauen. Zu oft wird dabei lediglich an Menschen mit Gehbehinderungen oder Rollstuhlnutzer und –nutzerinnen gedacht. Die vielen Barrieren an denen Menschen mit Hörschädigungen oder Taubheit scheitern, stehen meistens weniger im Fokus. Mit der Nennung von inklusiver Bildung und ebensolchen Arbeitsplätzen, der Finanzierung von Hörsystemen, Schriftdolmetschung und oft fehlender Untertitelung sei auf einige Baustellen hingewiesen.

Es gibt auch in Bremen noch viele Fragen ohne abschließende Antworten wie z. B.:

– Welchen Stellenwert sollte die Gebärdensprache in den Schulen einnehmen?

– Was kann man hier in Schule noch besser machen und z. B. von Hamburg lernen?

– Sollten gehörlose Kinder mehr sprechen lernen?

Bremen finanziert den Landesverband der Gehörlosen Bremen e. V. durch Zuwendungen und fördert so die Unterstützung Gehörloser.

– Welche zusätzlichen Angebote/Maßnahmen sollte es geben, um dem inklusiven Gedanken noch gerechter zu werden?
– Welche Gewaltschutzstrategien für besonders verletzliche hörgeschädigte Personen gibt es bereits, wie wirksam sind diese und was wird noch gebraucht?

Eine weitere, aber leider nicht in Bremen zu lösende Frage, ist die nach zufriedenstellender Versorgung mit und Finanzierung von effektiven Hörsystemen und deren fachmännische Anpassung. Um hier, besonders auch mit Blick auf technische Neuerungen stets gut versorgt zu sein, ist der Einsatz von Bremer Politikern und Politikerinnen auch auf Bundesebene erforderlich.

Es gibt für eine gelingende Inklusion noch viel zu tun und es ist so gut und wichtig, wenn die Selbstvertretungsorganisationen die Politik immer wieder auf ihre Themen – wie das der Hörgeschädigtenpolitik – hinweisen.

Herzlichen Dank für alle Anregungen in den 10 Punkten und auch in den bisherigen Gesprächen, die es mir ermöglichen, immer wieder Neues dazuzulernen, worauf ich in meiner politischen Arbeit definitiv angewiesen bin.

Bremen, den 11.08.2021

Herzliche Grüße, Sigrid Grönert MdBB
Sozialpolitische Sprecherin der CDU Fraktion und Yvonne Averwerser MdBB, Bildungspolitische Sprecherin

Allgemein

Update unserer aktuellen Vereinsarbeiten

• buten un binnen (kleinster NDR Sender), hoffen auf diesem Wege Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut wegen der  Entwicklung der KI und Sprachcomputer
• Landesbehindertenbeauftragten
• Teilhaberat (beratendes Gremium für die Bremer Bürgerschaft, da sind wir noch ganz neu)
• Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe e.V.
• Behindertenpolitische Sprecher*innen der Bürgerschaftsfraktionen SPD, CDU, Grüne, Linke (FDP reagierte bisher noch nirgends)
• Bildungspolitische Sprecher*innen der Bürgerschaftsfraktionen SPD, CDU, Grüne, Linke
• Behindertenpolitische Arbeitsgemeinschaften der SPD, B90/Grüne und CDU
• Akustikzentrum Lübeck
• Akustikzentrum Oldenburg
• UNI Bremen, Prof. Dr. Anja Starke, Inklusive Pädagogik, Förderschwerpunkt Sprache
• Netzwerk Selbsthilfe e.V.
• DIAKO Bremen Nord
• CIV Nord (Cochlear Implant Verband)
• Schule Markusallee (Förderschule Hören und Kommunikation)
• Oberschule Rockwinkel (diese Schule ist offen für den Förderbedarf Hören und Kommunikation), weitere Schulen folgen
• Zur Zeit ganz aktuell mit dem Impfzentrum Bremen, wegen Priorisierung und Barrierefreiheit 
• Psychotherapeutenkammer Bremen (Noch große Baustelle wegen zu großer Barrieren)

Allgemein

Verschärfung der MNS-Pflicht

Liebe Hörgeschädigte,

nachdem wir gestern die Pressemeldung über die Verschärfung der MNS-Pflicht erfuhren, fragten wir sofort beim Senat für Gesundheit nach!
Soeben bekamen wir die Antwort, dass die Ausnahmen im Sinne der 10. Coronaverordnung §3 Abs.3 bestehen bleiben!

Hier ergänzend die Mitteilung der Gesundheitssenatorin, aus der auch die wichtigen Ausnahmen hervorgehen.
https://www.senatspressestelle.bremen.de/detail.php?gsid=bremen146.c.346025.de&asl=bremen02.c.732.de

Allgemein

Gute Nachricht zum MNS, seit 1.7.2020 neue Coronaverordnung in Bremen

Wichtiger Erfolg für uns Hörgeschädigte in Bremen!
Herzlichen Dank an unseren Landesbehindertenbeauftragten für Bremen und alle weitere Unterstützer*innen unserer wichtigen Forderung!

Zum §3 „Mund-Nasen-Bedeckung“ der 10. Coronaverordnung:
(1) Bei der Nutzung von Verkehrsmitteln des Öffentlichen Personenverkehrs und den hierzu gehörenden Einrichtungen und bei dem Besuch einer Verkaufsstätte in geschlossenen Räumen ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.
(2) Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist eine textile Barriere, die aufgrund ihrer Beschaffenheit geeignet ist, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchen- partikeln durch Husten, Niesen und Aussprache zu verringern, unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie; geeignet sind auch Schals, Tücher, Buffs, aus Baumwolle oder anderem geeigneten Material selbst hergestellte Masken oder Ähnliches.
(3) Absatz 1 gilt nicht für
1. Kinder unter sechs Jahren,
2. Gehörlose oder schwerhörige Menschen, ihre Begleitperson und im Bedarfs- fall für Personen, die mit diesen kommunizieren,
3. Personen, denen die Verwendung einer Mund-Nasen-Bedeckung wegen einer Behinderung, einer Schwangerschaft oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder nicht zumutbar ist.“

Schriftdolmetschung

In Bremen ortsansässige Schriftdolmetscher*innen gesucht!

Liebe Freund*innen und Unterstützer*innen für Barrierefreiheit auch für lautsprachorientierte Hörgeschädigte,

nicht nur durch meine politische Arbeit, auch sonst ist in Bremen und Bremerhaven der Bedarf an ortsansässigen Schriftdolmetscher*innen gestiegen!
U.a. z.B. deshalb, seit kurzem übernehmen die Kassen auch die SD-Kosten für den Krankenhausaufenthalt. Zuvor waren nur die Gebärdensprachdolmetschkosten übernommen worden!
Da die Reisekosten für die gebuchten Schriftdometscher*innen einen wesentlichen Kostenfaktor darstellen, ist es besonders wichtig, dass wir in Bremen endlich ortsansässige Schriftdolmetscher*innen finden können.

Wer den Beruf Schriftdolmetschung noch nicht kennt, hier ein Link zur Seite vom DSB (Deutschen Schwerhörigenbund) mit interessanten und hilfreichen Informationen!

Ausbildung zum SD

Auch der neue Bremer Ortsverband für den DSB, der am 25.1.2020 gegründet wird, wird es sehr begrüßen, da eben der Bedarf an SD nun deutlich größer geworden ist!

Mit herzlichen und hoffnungsvollen Grüßen

Der Vorstand